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Pasteur, der Sohn eines Lohgerbers

 

Im April 1814 erhält Jean-Joseph Pasteur, Oberstaatsfeldwebel in der Armee Napoleons, von der Restauration mit dem „Congé absolu“ seine Entlassungsurkunde. Der Sohn einer Familie von Lohgerbern kehrt nach Salins (Jura) zurück, um in der Gerberei seines Onkels zu arbeiten.

Er lernt Jeanne-Etiennette Roqui kennen, die aus dem Nachbardorf Marnoz stammt. Am 27. August 1816 heirateten sie und lassen sich etwas später in Dole an der Gerberstraße, der Rue des Tanneurs nieder. 

Geburt von Louis Pasteur, 3. Kind der Eheleute

Es ist ein rauer Wintermorgen, als am 27. Dezember 1822 Louis Pasteur in Dole geboren wird. Am 15. Januar 1823 erhält er in der Stiftskirche von Dole die Taufe.  In diesem Haus mit der Nummer 43 am Ufer des Canal des Tanneurs macht Louis Pasteur, der berühmte Wissenschaftler, seine ersten Gehversuche.

Im Frühjahr 1825 verlässt die Familie Pasteur Dole und zieht nach Marnoz um, in das von Jeanne-Etiennette Roqui von ihren Eltern geerbte Familienhaus.  Da das Dorf  jedoch für das Gerbereigewerbe ungünstig ist, übersiedelt die Familie schon bald nach Arbois,  in eine an den Ufern am Fluss Cuisance gelegene Gerberei.




Eine Gedenktafel

Auf Einladung der Stadt kehrt Louis Pasteur am 14. Juli 1883 nach Dole zurück, um die Gedenktafel zu enthüllen, die noch immer an der Fassade des Hauses Nr. 43 an der Rue Pasteur besichtigt werden kann: Die Inschrift lautet: Hier wurde Louis Pasteur am 27. Dezember 1882 geboren.

Vor der in großer Zahl erschienenen Einwohnern hält er seine berühmte Rede zu Ehren seiner Eltern:    "Oh mein Vater und meine Mutter, oh meine lieben Dahingeschiedenen, Ihr, die ihr in diesem kleinen Hause  so bescheiden lebtet, alles verdanke ich euch…“




Das Geburtshaus, das erste Pasteur gewidmete Museum

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts beschließt die Stadt Dole den Erwerb des Geburtshauses von Louis Pasteur mit dem Vorhaben, dort ein Museum für sein Andenken zu errichten. Eine internationale Spendenaktion wird eingeleitet und Spenden aus aller Welt  gesammelt. 1912 erwirbt die Stadt Dole das bereits unter Denkmalschutz gestellte Gebäude.  

Doch der Erste Weltkrieg verzögert die Einrichtung des Museums.  Erst im Mai 1923 wird es eingeweiht, kurz nach der Hundertjahrfeier des Geburtstages von Louis Pasteur. Der Präsident der Französischen Republik,  Alexandre Millerand, ist anwesend und die Stadt prächtig geschmückt.